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"Nur eine Frau" am 25.11.
21.10.2019

Zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen


Mit "Nur eine Frau" erzählt Regisseurin Sherry Hormann die Geschichte der Hatun Aynur Sürücüs, die 2005 mitten in Berlin Opfer eines Ehrenmordes wurde.

Mitten in Berlin wird Aynur (eindrucksvoll: Almila Bagriacik) von ihrem jüngsten Bruder Nuri erschossen. Sherry Hormann will zeigen, wie es dazu gekommen ist, ihr Film basiert auf wahren Ereignissen. Erzählt wird die Geschichte von Hatun Aynur Sürücü, die am 7. Februar 2005 ermordet wurde, weil sie die Ehre ihrer Familie verletzt hat. Aynur ist siebzehn, als sie ihre arrangierte Ehe aufkündigt und sich von ihrem gewalt­tätigen Ehemann trennt, in Berlin ihren Sohn Can zur Welt bringt und in ein Wohnheim für minderjährige Mütter zieht. Später wird sie eine Lehre zur Elektroinstallateurin absolvieren, ihr Kopftuch ablegen und sich in einen deutschen Jungen (Jacob Matschenz) verlieben.

"Das Besondere an Sherry Hormanns Film ist, dass sie Aynur ihre Geschichte selbst erzählen lässt. Dass eine junge Frau, die ermordet wurde, auf ihr Leben zurückblickt, ist ein ebenso fesselnder wie radikaler Ansatz, der dem Film eine fast dokumentarische Kraft verleiht. Aynur berich­tet aus der Perspektive des Opfers, ohne selbst Opfer zu sein. Sie will sich nicht vorschreiben lassen, wie sie zu leben hat. Deshalb musste sie sterben.
Die Chronik eines angekündigten Todes: Eine Frau muss sterben, weil sie selbstbestimmt leben will."
Cinema.de