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"Top Gun: Maverick"
30.05.2022

Ab 23. Juni auf vielfachen Wunsch auch bei uns!


Für einen Moment glaubt man, der Vorführer im Kino habe versehentlich den Film von 1986 abgefahren. Kampfflugzeuge starten und landen im Gegenlicht, geschäftige Fluglotsen auf dem Deck eines Flugzeugträgers, dazu Harold Faltermeyers hypnotisches Instrumentalthema, die Texttafel, die erklärt, dass nur die Besten der Besten zur „Top Gun“-Ausbildung kommen, dann der Ohrwurmhit „Danger Zone“.

Aber spätestens als der Name Miles Teller auftaucht, ist klar, dass es sich um „Top Gun: Maverick“ handeln muss, denn „Whiplash“-Star Teller war 1986 noch nicht geboren. Captain Pete „Maverick“ Mitchell (Tom Cruise) hat es erfolgreich vermieden, Militärkarriere zu machen, und arbeitet als ­Testpilot in der kalifornischen Wüste, wo er schnell noch (befehlswidrig) einen Mach-10-Flug hinlegt. Zu seiner Überraschung wird er abkommandiert, um aus den besten jungen „Top Gun“-Piloten ein Team zu formen, für eine äußerst heikle Mission, Bomben­abwurf inklusive. Sein Vorgesetzter (Jon Hamm) macht deutlich: „Sie waren nicht meine erste Wahl. Ehrlich gesagt waren Sie nicht mal auf meiner Liste!“ Doch Maverick hat einen mächtigen Fürsprecher, seinen einstigen Gegenspieler Tom „Iceman“ Kazansky (Val Kilmer), inzwischen hochdekoriert. Unter den jungen Kandidaten befindet sich jedoch auch der Sohn von Mavericks verunglücktem Kumpel „Goose“, Bradley Bradshaw (Miles Teller), genannt „Rooster“, der nicht gut auf Maverick zu sprechen ist.

Regisseur Joseph Kosinski macht 36 Jahre nach dem Original mit dem Sequel vieles richtig. Sein Film erzählt mit Herz und nostalgischem Touch eine ähnliche Geschichte wie der Vorgänger, von Freundschaft und Loyalität, von der Suche nach Familie und nach Anerkennung. Auch sonst ist alles da: Maverick fährt seine alte Kawasaki (immer ohne Helm), trägt Lederjacke und einmal auch die weiße Paradeuniform. Wenn Rooster auf dem ­Piano „Great Balls of Fire“ spielt, gibt es eine Rückblende zur Szene mit Maverick und Goose, am Strand wird Football im Sonnenuntergang gespielt.

"Überraschend gelungene Fortsetzung, mit emotionaler Tiefe und dem Herz am rechten Fleck" Cinema