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Girls Camp im Kur-Theater
20.10.2008

Das Hennefer Sofa

Beim Hennefer Sofa – zum 7. Mal moderiert von Pit und Manfred Raderschad – waren am 17.10.08 erstmals nur Frauen als Talkgäste geladen. Die Ladies machten es den erfahrenen Fragebrüdern manchmal nicht leicht.

Uschi Yogeshwar - "Die Frau für jede Tonart" – hat es nach ihrem Musikstudium geschafft, sowohl mit lyrischem Sopran als auch mit Pop (in der Formation "East of Thirty") ihre Zuhörer in den Bann zu ziehen. Ihr Können demonstrierte sie spontan durch eine gesungene Improvisation auf Moderator Pit Raderschad sowie einem Song von Elton John in Begleitung des Gitarristen Peter Formes. Die Begeisterung des Publikums zeigte sich in großem Applaus sowie roten Rosen und Stofftieren, die ihr auf der Bühne (von ihren 4 Kindern und ihrem Mann Ranga) zu Füßen gelegt wurden. Uschi Yogeshwar begründete nachvollziehbar, warum jedes ihrer Kinder ein Musikinstrument erlernen darf/muss. Ihr bürgerlich-soziales Engagement – insbesondere für die Kinder- und Jugendstiftung - sieht sie als selbstverständlich an. Der Verkauf der von Ranga Yogeshwar signierten Adventskalender mit Schoko-Füllung zu Gunsten der Stiftung war so erfolgreich, dass nach kurzer Zeit Nachschub beschafft werden musste, der wiederum im Handumdrehen ausverkauft war.

Nadine Schüller – "Eine Frau, die immer ins Schwarze trifft" – trug mit Unterstützung ihrer Eltern ihre komplette Sportschützen-Ausrüstung auf die Bühne, mit der die sympathische junge Sportlerin schon große Erfolge errungen hat – bis hin zur Europameisterschaft. Eindrucksvoll erzählte sie, zum Teil in Wettkampfposition auf der Bühne liegend mit Augenklappe, Mütze und Spezialjacke ausgerüstet, von ihren Turnieren. Etwa dass es bei den Wettkämpfen viel Lärm, aber kein Doping gibt. Und wie es ihr trotz des Trubels gelingt, sich zu konzentrieren und auf eine Entfernung von zehn Metern eine etwa stecknadelkopfkleine Fläche auf den Zielkarten bei 97 von 100 Schuss zu treffen. Auf die Frage, ob sie als erfolgreiche Sportschützin eines Tages den Jagdschein machen möchte, kam ein spontanes aber sehr bestimmtes "Nein!". Ihr größter Wunsch ist ein Beruf, in dem sie ihre gute Ausbildung sowie ihre Fähigkeiten einbringen kann.

Eva Christiansen – "Die Medien-Managerin der Bundeskanzlerin" – studierte nach Abschluss des Gymnasiums Hennef in Köln Volkswirtschaft und ist nach interessanten Berufsjahren in der Industrie – und gegen den Rat von Freunden – vor zehn Jahren in die Presseabteilung der CDU-Zentrale gewechselt. Dort war sie u.a. für die Organisation und Durchführung der Pressekonferenzen verantwortlich, was ihr in der Presse die positiv gemeinte Bezeichnung "Die Blonde neben Frau Merkel" einbrachte. Sie gehörte bis zur Geburt ihrer Tochter in 2005 zum engsten Beraterkreis ("Girls Camp") der Bundeskanzlerin und ist heute nach ihren Angaben ausschließlich "im Hintergrund" tätig. Ob das stimmt? Immerhin wird sie in der Presse vielfach anerkennend als "Merkel-Flüsterin" bezeichnet. Nicht nur ihre Antwort auf die Frage "Was halten Sie von Talkshows?" kam sehr wohldosiert und überlegt, sicherlich auch wegen der beim Sofa anwesenden Presse, auch zu anderen Fragen antwortete der Medienprofi eher vage und zurückhaltend.

Eva Christiansen hatte nach eigenem Bekunden in ihrer Jugend keinen Berufstraum, aber heute hat sie einen spannenden, nie langweiligen Beruf, in dem sie sehr gut die Aufgaben der Medien-Managerin von Frau Merkel mit denen als Mutter von Sophie-Leonor verbinden kann.Die Musikalische Begleitung wurde von der Band der Kopernikus-Realschule durchgeführt, die damit ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte. Neun Schülerinnen und Schüler, zwei Studenten, die die Band leiten sowie ein Lehrer brachten das historische Kur-Theater zum Beben und die Zuschauer honorierten die Premiere mit viel Applaus.

Text: Manfred Raderschad